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Bericht vom BiVi.plus-Treffen - "Neue Therapien bei MS"
von Katrin Sickert
Der Vortrag von Herrn PD Dr. von Giesen über neue Therapien bei MS lockte viele
Zuhörer ins Beratungszentrum Wiedenhof. Der Oberlichtsaal war gut besucht.
Bei der Suche nach neuen Medikamenten gegen Multiple Sklerose gehen die Fachleute
mittlerweile von 2 Standpunkten aus.
1. Es gibt eine Pathologie, die man nicht sieht. Doch der Patient fühlt sich trotzdem
schlecht, ist trotzdem krank.
2. Es gibt eine Pathologie, die man sieht. Man kann im MRT Entzündungsherde
erkennen. Der Patient fühlt sich schlecht, ist krank.
Die Frage, die sich nun stellt, ist: Ab wann behandelt man?
Man geht mittlerweile dazu über, immer früher zu behandeln. Auch schon vor der
definitiven Diagnose MS, beim Auftreten des ersten klinisch isolierten Syndroms (KIS),
werden Patienten auf Interferone eingestellt. Ziel eines möglichst frühzeitigen
Behandlungsbeginns ist es, weitere Schübe zu verhindern, den Krankheitsprozess zu
verlangsamen und damit der Entwicklung dauerhafter neurologischer Defizite
vorzubeugen. Zur Stellung der definitiven Diagnose MS folgt man den sogenannten
Swanton-Kriterien. Geschaut wird nach zeitlicher und räumlicher Dissemination (im MRT
nachweisbare Entzündungsherde/Läsionen, mindestens 2).
Bei der Therapie folgt man nach wie vor den Therapieleitlinien der DGN (Deutsche
Gesellschaft für Neurologie) von 2008 (Bild ohne Fingolimod):
Jedoch ist seit Ende März 2011 ein neues Medikament hinzu gekommen, der Wirkstoff
Fingolimod (Gilenya®).
Er gilt in der EU neben Natalizumab (Tysabri®) und Mitoxantron (Ralenova®) mit zu den
Mitteln der Eskalationstherapie. Er ist nur bei hochaktiver, schubförmig verlaufender MS
zugelassen.
Gilenya® wird in Tablettenform ein Mal täglich eingenommen.
Der Wirkstoff bindet an den sogenannten Sphingosin-1-Phosphatrezeptor. Das
Rezeptorsystem ist breit im Körper exprimiert und sorgt unter anderem dafür, dass
Entzündungszellen am Auswandern aus den Lymphknoten gehindert werden und es zu
einer Umverteilung von Lymphozyten aus dem Blut in die lymphatischen Organe kommt.
Da Fingolimod ein sehr fettlöslicher Wirkstoff ist, kann er teilweise noch 2 Jahre nach
Einnahme im Körper nachgewiesen werden.
Bisher haben ca. 16 000 Patienten Fingolimod erhalten. Die bei Natalizumab auftretende
seltene Nebenwirkung PML (Progressive multifokale Leukenzephalopathie, eine
Entzündung des Gehirns, die tödlich verlaufen kann) ist bisher unter Fingolimod nicht
aufgetreten.
Seit Juni 2006 ist Natalizumab (Tysabri®) in der EU zur Eskalationstherapie für
folgende Patientengruppen zugelassen:
1. Patienten, die trotz Basistherapie mit Interferon-beta oder Glatirameracetat
weiterhin eine hohe Krankheitsaktivität aufweisen
2. Patienten mit rasch fortschreitender MS und damit einhergehendem
Behinderungsgrad
Nutzen–Risiko-Abwägung bei der Behandlung mit Natalizumab:
Die bei Natalizumab auftretende seltene Nebenwirkung PML (Progressive multifokale
Leukenzephalopathie, eine Entzündung des Gehirns, die tödlich verlaufen kann) nimmt mit
zunehmender Anzahl der Infusionen zu. Sie wird ausgelöst durch das sogenannte JCVirus.
Ca. 54% aller MS-Patienten sind Träger des JC-Virus und haben somit ein erhöhtes
Risiko, an PML zu erkranken. Ob man solche Antikörper besitzt, kann durch einen Bluttest
ermittelt werden. Das Risiko fällt um so höher aus, wenn man vor der Therapie mit
Natalizumab mit Immunsuppressiva (Azathioprin, Endoxan, Mitoxantron, unabhängig von
Art, Dosis, Dauer) wurde. Die Patienten, die länger als 24 Monate mit Natalizumab
behandelt werden und zuvor immunsuppressiv behandelt wurden, sollten den JC-Virus-
Antikörpertest auf jeden Fall durchführen lassen. Fällt er positiv aus, wird von einer
Fortsetzung der Therapie abgeraten. Generell wird der Test bei einer Behandlungsdauer
länger als 24 Monate empfohlen. Fällt er negativ aus, ist das Risiko, an PML zu erkranken,
geringer. Er sollte jedoch in regelmäßigen Abständen (jedes Jahr) wiederholt werden, da
man sich jederzeit mit dem Virus infizieren kann.
Seit Anfang Juli 2011 ist Sativex ® (eine Mischung aus Cannabisblätterextrakten in
flüssiger Form; als Spray) in Deutschland als Zusatzbehandlung für eine Verbesserung
von Symptomen bei MS-Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Spastik, die nicht
angemessen auf eine andere anti-spastische Arzneimitteltherapie angesprochen haben
und die eine klinisch erhebliche Verbesserung von mit der Spastik verbundenen
Symptomen während eines Anfangstherapieversuchs aufzeigen, zugelassen. Es unterliegt
dem Betäubungsmittelgesetz.
Seit September 2011 gibt es ein weiteres neues Behandlungsmittel auf dem deutschen
Markt, das Fampridin (Fampyra®). Es handelt sich auch hierbei um kein
klassisches „MS-Medikament“, sondern ist ein Medikament zur Behandlung eines
Symptoms, hier der Gehfähigkeit. 90% der MS-Patienten entwickeln im Laufe der
Erkrankung Schwierigkeiten beim Gehen. Laut NARCOMS database sagen 70% der MSPatienten
mit Schwierigkeiten beim Gehen, dass es hinsichtlich der MS die größte
Behinderung sei. Fampridin ist ein sogenannter Kaliumkanal-Blocker der die
Nervenleitfähigkeit normalisiert. Dadurch wird die Reizweiterleitung entlang Nerven mit
geschädigter Myelinscheide wieder verbessert.
Der Wirkungseintritt wird innerhalb von 14 Tagen sichtbar. Ansprecher (das sind ca. 1 / 3)
zeigten im Durchschnitt 25% Verbesserung der Gehgeschwindigkeit. Der Nutzen war
unabhängig von MS-Verlaufsform (d.h. auch für PPMS und SPMS), Behinderungsgrad,
Gehfähigkeit, begleitender immunmodulatorischer Therapie.
Zum Ende seines Vortrags gab Dr. von Giesen noch einmal einen Überblick über alte und
neue Therapieoptionen am Horizont:
1. Immunsuppressiva (z.B. Azathioprin)
2. Immunmodulatoren (z.B. Beta-Interferon)
3. Selektive Immuninterventionen (MAB = monoclonal antibodies = monoklonale
Antikörper)((z.B. Natalizumab))
4. Neuroprotektion / Neuroregeneration (??)
Man hat sich also von reinen Immunsystem-Unterdrückern (Immunsuppressiva) weiter
entwickelt und steht nun vor der Aufgabe, es zu ermöglichen, die Nerven zu Schützen
(Neuroprotektion) oder gar wieder aufzubauen (Neuroregeneration). Den neuen
Wirkstoffen Fingolimod und Natalizumab werden solche Wirkungen zugeschrieben. Man
muss weiter beobachten, inwieweit sich das bewahrheitet.
Ideale Eigenschaften einer neuen MS-Therapie sollten am besten folgende Eigenschaften
erfüllen:
• Bessere Wirksamkeit und Krankheitskontrolle als die bisherigen Therapien
• Komfortable Anwendung ohne dadurch bedingte kurzfristige Nebenwirkungen
• Dies verbessert die Verträglichkeit und die Therapie-Adhärenz
• Keine Langzeit-Sicherheits Probleme
Den Ausblick in die Zukunft zeigt folgende Folie von Herrn Dr. von Giesen:
Neue Therapieoptionen am Horizont
• Ataticept
• BG 12 Dimethylfumarat
• Teriflunomid 2012 ??
• Cladribine
• Laquinimod
• FTY 720 Fingolimod
• Alemtuzumab monoklonaler Antikörper 2012 ??
• Daclizumab monoklonaler Antikörper
• Rituximab monoklonaler Antikörper
Als Tipp für eine gute, unabhängige Informationsquelle über MS im Internet nannte Dr. von
Giesen die Seite des Kompetenznetzes Multiple Sklerose:
http://www.kompetenznetz-multiplesklerose.de/kompetenznetz
Hier kann man die wichtigsten Dinge über MS, wie
• Ursache und Entstehung
• Verlaufsformen
• Symptome
• Diagnose
• Therapie
und aktuelle Studien und vieles mehr nachlesen.
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Liebe BiVis.plus,
bei unserem gestrigen Treffen konnten wir wieder 2 Neuzugänge begrüßen, einen echten
BiVi und eine Plusserin :). So verging dann auch erst ein wenig Zeit mit Vorstellungen und
Fragen beantworten. Außerdem wurde Näheres zum MS-Tag am 08.10.2011 im Krevital
besprochen von den wenigen, die sich bereit erklärt haben, beim Rollenspiel
mitzumachen. Das eigentliche Thema: Täglicher Umgang mit MS und sich selbst ging
anfangs fast ein wenig unter ;). Doch letztendlich wurde es ein gelungenes Treffen mit viel
Erfahrungs- und Meinungsaustausch. Echte Selbsthilfe eben. Das in einem Bericht wieder
zugeben ist allerdings schlecht möglich.
Unser nächstes Treffen findet am 17. Oktober statt mit dem Thema: MS und das
Älterwerden.
Bis dahin wünsche ich euch eine schubfreie Zeit!
Liebe Grüße
Katrin
Programm vom MS-Tag im Krevital am 08.10.2011:
10.00 bis 10.20 PD Dr. H.J von Giesen: Begrüßung und neue Entwicklungen
10.20 bis 11.20 Dr. Löbbert: MS und Sport
11.20 bis 11.45 Dagmar Timmermanns + NN: DMSG Selbsthilfe
11.45 bis 12.00 Pause und Gespräche
12.00 bis 12.30 Dr. Martin Borger: MS und Störungen des Stuhlganges
12.30 bis 13.00 Dr. Margarete Czardybon: Das Devic Syndrom als Sonderform der MS
13.00 bis 13.30 Frau Malinowski oder Frau Ilian: Entspannungstechniken bei MS
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Gestern hatten wir wieder unser monatliches Treffen. Da Sommerferien sind, hatten sich
einige zuvor abgemeldet. Dennoch waren wir zu fünft. Lauter „Plusser“. So sprachen wir
auch über die „gute alte Zeit“, über „früher“, darüber, was sich in letzter Zeit alles so
gewandelt hat. Ja, ja, die Alten unter sich * lach*. Aber es war nett, eine angenehme
Atmosphäre. Außerdem legten wir die Themen für das letzte Quartal 2011 fest. Wir
nahmen auch ein Thema für „Plusser“ dazu, nämlich
„MS und das Älterwerden“
Ein interessantes Thema. Denn so langsam fragen wir uns, was liegt wirklich an der MS
und was sind normale Alterserscheinungen. Die beiden weiteren Themen werden sein
„Ich bin für alles zuständig – bin ich?“ und
„Neue Therapien“.
Dazu wollen wir Dr. von Giesen einladen, dass er uns erzählt, was sich Neues auf dem
MS-Medikamenten-Markt getan hat und tun wird. Er ist auch der medizinische Beirat in
unserer Ortsvereinigung der DMSG und hat öfter schon mal bei uns einen Vortrag
gehalten. Das letzte Mal war vor 2 Jahren, wenn ich meine Aufzeichnungen richtig
überblicke. Daher denke ich, wir können ihn gut wieder einladen. Ich werde ihn nächste
Woche sehen und ihn fragen, welcher Termin ihm am besten auskommt. Dann bekommt
ihr auch die Termine zu den Themen.
Zum gestrigen Thema
Angebote der Pharmahersteller
berichteten wir reihum von unseren Erfahrungen. Die Hersteller der MS-Medikamente zur
Basistherapie bieten unterschiedlichen Service für die Patienten an. Beispielsweise:
• telefonische Beratung
• Spritzschulung
• Veranstaltungen, eventuell mit kostenloser Bewirtung
• Lektüre
• Material wie Injektor, Kühltasche, Cold-Hot-Pacs, Gymnastikband,
Spritzentagebuch etc.
• Internetangebote
Da die meisten von uns bereits mehrere Basistherapien durchlaufen haben, konnten auch
direkte Vergleiche gezogen werden. Von mehreren wurde das Angebot von sanofi-aventis,
Hersteller von Copaxone gelobt. Allerdings wird man dort umfassend betreut auch nur,
wenn man das Medikament bekommt. Doch die gute Homepage kann man natürlich auch
so nutzen.
http://www.aktiv-mit-ms.de/
Auch die Firma Biogen Idec, Hersteller von Avonex, hat eine ganz gute Homepage und
versendet auch Zeitschriften. Allerdings sind da wirklich nur die Patienten der
Basistherapie mit Avonex angesprochen und nicht die Tysabri-Patienten (Tysabri ist ja
auch von dieser Firma, ist aber ein Eskalationsmedikament).
http://www.ms-life.de/mslife/home.html
Von Erfahrungen mit der Firma Merck Serono, Hersteller von Rebif konnte nicht berichtet
werden.
http://www.leben-mit-ms.de/
Ebenso wenig von der Firma Bayer, die Betaferon herstellt. Dazu waren wir einfach zu
wenige.
http://www.ms-gateway.de/
Interessant war der Bericht einer Teilnehmerin aus Moers, die eine MS-Schwester hat, die
sie schon seit Jahren betreut, unabhängig von den Medikamenten, die sie mittlerweile
durchlaufen hat. Die Schwester ist am St. Josefs Krankenhaus in Moers angestellt,
bekommt aber auch Gelder von den Pharmafirmen. Aber eben nicht nur von einer Firma.
Daher kann sie recht unabhängig ihre Meinung äußern.
MS-Schwestern werden von der DMSG ausgebildet.
http://www.dmsg.de/service/index.php?
w3pid=service&kategorie=msfortbildungen&kategorie2=fbmsschwester
Dort kann man auch bei der Hotline anrufen und Rat einholen, berichtete eine
Teilnehmerin.
http://www.dmsg.de/
Es gibt also viele Möglichkeiten, sich von der Industrie unterstützen zu lassen. Doch nichts
ist absolut „umsonst“. Irgendeinen Hintergedanken haben die Hersteller sicherlich dabei.
Doch wenn man sich dessen bewusst ist, und den kritischen Blick beibehält, warum soll
man die Angebote dann nicht wahrnehmen?
Unser nächstes Treffen ist am 19.09.2011 mit dem Thema „Täglicher Umgang mit MS
und sich selbst“.
Bis dahin wünsche ich allen eine schubfreie Sommerzeit!
Katrin Sickert
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Zu unserem gestrigen Thema"Der Sommer mit Uhthoff“ passt das Wetter momentan
nicht wirklich. Obwohl es Juli ist, ist es zur Zeit eher kühl. Das ist für die meisten MSBetroffenen
aber meist eine gute Nachricht.
Bei einer kurzfristigen Verschlechterung neurologischer MS-Symptome bei erhöhter
Umgebungs- oder Körpertemperatur spricht man vom Uhthoff-Phänomen. Der Name
kommt vom Augenarzt Wilhelm Uhthoff (1853–1927). Er beobachtete, dass MS-Patienten
unter erhöhten Temperaturen über nachlassende Sehschärfe klagten. Mittlerweile gilt es
allgemein für neurologische Symptome bei Patienten mit geschädigten Nervenfasern, die
sich verstärken wenn es zu warm wird. Es liegt daran, dass die Reizweiterleitung der
Nerven bei Hitze verlangsamt wird. Dies kann an heißem Wetter oder zu viel
Sonneneinstrahlung liegen, an Fieber im Zusammenhang mit einer Infekt-Erkrankung, an
einem zu heißen Bad oder einer zu heiß verzehrten Speise. Ca. 80% aller MS-Patienten
klagen über derartige Beschwerden. Neben Uhthoff-Phänomen wird in diesem
Zusammenhang auch von einem Pseudo-Schub gesprochen. Es ist wichtig zu wissen,
dass sich die Verschlechterung der Symptome bei nachlassenden Temperaturen wieder
komplett zurück entwickelt. Gerade MS-Neulinge bekommen Angst bei jeder
Verschlechterung. Sie fürchten schnell, dass es sich um einen neuen Schub handelt. Doch
Hitze allein löst in der Regel keinen Schub aus. Es sind aber viele MS-Betroffene sehr
hitzeempfindlich, d.h. sie reagieren mit einer Verstärkung schon vorhandener Symptome.
Wenn es wieder kühler wird, entwickeln sich diese Symptome wieder ziemlich schnell
zurück.
Was kann man also tun, um dieser Sache entgegen zu wirken?
• viel trinken, kühle Getränke, Kaffee und Alkohol vermeiden
• direkte Sonneneinstrahlung meiden, Schatten suchen, sich lieber innen in kühlen
(klimatisierten) Räumen aufhalten
• Sollte sich der Aufenthalt in der Sonne nicht vermeiden lassen, unbedingt den Kopf
bedecken!
• leichte, luftige Kleidung tragen
• übermäßige Anstrengung vermeiden
• sich regelmäßig abkühlen - kalt duschen, kaltes Wasser über Arme und Hände
laufen lassen, kalte Fußbäder, Stirn und Nacken mit Eiswürfeln kühlen
• Kühlwesten und Kühlbänder für Stirn und Nacken nutzen
• Ventilatoren einsetzen (gibt es auch in klein, tragbar, für die Handtasche)
• Tagesplanung: erforderliche Arbeiten in den kühleren Tagesstunden erledigen (so
weit möglich)
• nur unbedingt notwendige Aufgaben erledigen, ruhig wenn möglich auch mal etwas
liegen lassen für die kommenden kühleren Tage
von Katrin Sickert
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Gestern trafen wir uns direkt im „Therapiezentrum – Dürerstrasse 9“ zum Thema
„Physiotherapie“. Acht Leute waren erschienen und verfolgten interessiert den Worten der
Therapeuten.
Zuerst waren wir in einem kleinen Gymnastiksaal. Dort werden Aufwärmübungen und Übungen zur
Schulung des Gleichgewichts und der Koordination gemacht. Das Praxisteam arbeitet nach der
HORA® Methode. Hierbei handelt es sich um eine Bewegungstherapie, bei der Übungen aus der
traditionellen, asiatischen Trainingslehre und solche aus den modernen, sportwissenschaftlichen
Erkenntnissen der westlichen Welt kombiniert werden. HORA® -Brain verbindet Gehirntraining
mit Koordinationsbewegungen von Armen (Zahlen) und Beinen (Buchstaben). Wir wurden
aufgefordert, ein paar leichte Übungen mitzumachen, um einen ersten Eindruck zu bekommen.
Dann gingen wir in den nächsten Raum. Hier wird die Magnetfeldtherapie eingesetzt. Hierbei
handelt es sich um ein naturheilkundliches Behandlungsverfahren mit magnetischen Feldern. Auf
einer typischen Behandlungsliege liegt eine Matte, die mit Magneten ausgestattet ist. Diese
werden dann über ein Gerät eingeschaltet und erzeugen pulsierende oder statische magnetische
Felder. So soll der Organismus bioenergetisch beeinflusst werden. Die Durchblutung wird gefördert
und der Zellstoffwechsel angeregt.
Im letzten Raum stehen mehrere Trainingsgeräte, ähnlich wie in einem Sportstudio.
Seilzuggeräte, Rückentrainer, Bauchtrainer, Rumpftrainer, Vibrationsplatte durften wir alle unter
fachlicher Anleitung ausprobieren.
Es trifft sich regelmäßig eine Parkinson Gruppe aus Moers und Krefeld, die im Therapiezentrum
trainiert. Sie trainieren an Geräten bzw. nach der HORA® -Methode. Sie besteht aus 12
Teilnehmern. Die Gruppe wird gesplittet und so werden jeweils 45 Minuten in den Räumen 1 und 3
mit jeweils 6 Personen trainiert. Die gesamte Trainingsdauer beträgt also 1,5 Stunden pro
Teilnehmer.
Ähnlich könnte das auch mit einer Gruppe MS-Betroffener laufen. Frank Jung und Angelika Döring
haben sich als Ansprechpartner für interessierte BiVis.plus bereit erklärt. Bei Interesse also bitte
dort melden. Die Kontaktadressen / Telefonnummern findet Ihr in der Adressenliste.
Wir bedanken uns beim Team des Therapiezentrums – Dürerstrasse für die Zeit, die sie für uns
bereitstellten und für die gelungene Praxisführung inklusive Testtraining!
von Katrin Sickert
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Gruppentreffen BiVi Plus
Unser Thema war ja „MS und Sport“und dazu haben wir an diesem Abend einige Gedanken
zusammengetragen.
Einige von uns sind schon bei einer Yoga Gruppe aktiv, die speziell für MS Betroffene in
Zusammenarbeit mit der DMSG ausgerichtet ist. Sie findet in der Familienbildungsstätte Krefeld
jeden zweiten und vierten Mittwoch im Monat von 18°°-20°° unter Leitung von Ilse Küsters
statt.Hier werden Atemübungen, Entspannungsübungen und die sogenannten „Asanas“, die
speziellen Körperübungen, gemacht. Danach fühlt man sich manchmal fitter als vorher !
Außerdem hat eine in unserer Gruppe gute Erfahrung mit der Hippotherapie gemacht. Sie erklärte
dass man dabei ohne Sattel auf dem Pferd sitzt und dieses von einem Therapeuten geleitet wird.
Also keine Angst, kein wildes reiten, sondern ein entspanntes Miteinander von Mensch und Tier,
was ihr bei Sensibilitätsstörungen sehr geholfen hat und zudem die gesamte Körpermuskulatur
stärkt.
Eine weitere Sache ist die Bewegung im Wasser, sei es Aqua-walking oder Wassergymnastik oder
einfaches schwimmen. In dem Medium Wasser fühlen sich die meisten von uns sicher „getragen“
dank des Auftriebes und somit stören die Gleichgewichtsprobleme nicht so sehr, zudem wird die
Muskulatur bei der Bewegung unter Wasser noch ein wenig massiert und die Sensibilität gestärkt.
Es gibt aber natürlich auch eine Menge anderer Angebote im Bereich Reha-Sport. Hier ist natürlich
immer auch die Frage zu beachten für welches Defizit ist der spezielle Kurs geeignet? Da gibt es
aber im Internet unter www.rehasport-in-nrw.de eine Menge Infos. Außerdem ist Frau Hermanns
beim Fachbereich Sport u. Bäder der Stadt Krefeld tel.: 02151-863408 sehr nett und hilfsbereit bei
Fragen zu den einzelnen Kursen.
Ein weiterer Gedanke kam noch zum Abschluss auf, wie kann man das eigene Fahrrad trotz Fatigue
bzw. Gleichgewichtsproblemen am besten nutzten ? Macht vielleicht ein Dreirad Sinn oder ein
Tretlager unterstützender Motor am normalen Rad der bei Bedarf zuzuschalten ist ? Ich denke man
bekommt bestimmt beim Fahrrad Fachhandel Information was im einzelnen Fall am günstigsten
umzusetzen ist.
So sind eine Menge Anregungen zusammen gekommen und falls der Eine oder Andere der nicht
teilnehmen konnte noch Infos braucht, ihr habt ja meine e-mail Adresse.
Jetzt wünsche ich Allen eine schubfreie Zeit, ein schönes Osterfest, genießt die Frühlingssonne
solange sie noch nicht zu heiß ist .
Beim nächsten Mal treffen wir uns nicht in den Räumen am Wiedenhofplatz wie sonst,
sondern direkt im „Therapiezentrum – Dürerstrasse 9 “zum Thema „Physiotherapie !!
Im Internet unter Klomsdorff Heros Therapiezentrum ist die genaue Wegbeschreibung zu finden.
von Sigrid Becker
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